Kyoto, eine Stadt die auf einer Japanreise absolut nicht fehlen darf.
Eine Stadt, die für sich spricht und die mit anderen Städten nicht vergleichbar ist.
Wieso, weshalb, warum Kyoto nicht zu vernachlässigen ist, zeige ich dir in meinem Kyoto-Beitrag und danach kannst du für deine nächste Japanreise selbst entscheiden, ob ich Recht hatte oder nicht!

Für die Jahreszeit (europäischer Sommer) ist Kyoto sehr bekannt für Regen. Aber wer schon mal in Asien unterwegs war, weiß, dass das nicht selten vorkommt und somit auch weiß wie man sich davor wappnen kann. Kyoto empfing uns demnach mit strömenden Regen und um das Beste daraus zu machen marschierten wir direkt in eine kleine „hippster“ Bar, das Kyoto Beer Lab. Eine super Location, mit sehr vielen ausgefallen Biersorten. Auf jeden Fall ein kleiner Tipp für Bierliebhaber! Und wer kennt dieses Phänomen nicht, wer Bier trinkt bekommt einfach Hunger? Also schlenderten wir nach unserer Bierverkostung Richtung Bahnhof, denn bei unserer Ankunft in Kyoto hatten wir schon die Fressmeile im Bahnhof ausfindig machen können. Dazu gehörte auch ein Sushi-Restaurant, wo einfach eine riesen Schlange anstand. Unser direkter Gedanke „Das werden wir niemals tun! Sich für Essen anstellen und auf einen freien Tisch warten“. Naja, was soll ich sagen, wir haben uns nicht nur einmal, sondern gleich dreimal an Restaurants angestellt. Aber wir haben auch herausgefunden, dass das Essen in den Restaurants dann auch am besten ist. Somit stellten wir uns in die Schlange und warteten auf Fließband-Sushi. Einfach nur genial! Sushi auf hohem Niveau. Fresskoma vorprogrammiert!

Kyoto Sushi

Ost- / Nordwest-Kyoto

Kinkaku-ji (Goldener-Pavillon-Tempel)

Der wohl bekannteste und meistbesuchte Tempel in Kyoto ist der Kinkaku-ji. Mit seiner goldenen Fassade ziert dieser sämtliche Touristenfotos. So wie es schon zu erwarten war, wimmelt es dort auch nur so von Touristen. Der Ansturm ist sogar so groß, dass Ordner die Touristen auf vorgesehene Wege lotsen und zurechtweisen, sobald diese zu lange stehen bleiben. Somit konnte ich die Atmosphäre nicht wirklich genießen, was an den Touristenmassen, aber auch an dem nicht ganz so spektakulären japanischen Garten lag.

Ginkaku-ji (Silberner-Pavillon-Tempel)

Der Ginkaku-ji oder auch Silberner-Pavillon-Tempel genannt ist dafür für mich der Tempel mit dem schönsten, idyllischen japanischen Garten, den ich in ganz Japan gesehen habe. Der Tempel ist nicht so spektakulär wie der Goldener-Pavillon-Tempel, aber der Garten gleicht das wieder aus. Der Ginkaku-ji wurde, trotz seines Namens, nicht mit Blattsilber verziert und dient demnach eher als Symbol eines im Chaos versinkenden Landes. Aber sein wirklich wunderschön angelegter Garten, mit seinem weißen Meer aus Sand und seinem einzigartigen Sandhügel, machen diesen Ort zu etwas ganz Besonderem. Ein weiterer Pluspunkt sind hier die wenigen Touristen, die die Ruhe nicht allzu sehr zerstören.

Tetsugaku no michi (Philosophenweg)

Nicht direkt ein Tempel, aber dennoch eine Sehenswürdigkeit, die sich im Anschluss zum Besuch des Ginkaku-ji hervorragend anschließen lässt, ist der Philosophenweg. Der Tetsugaku no michi ist ein sehr berühmter Spazierweg, bei dem man ca. 40 Minuten auf einer schmalen Allee an einem kleinen Kanal entlang bis zum Nanzen-ji schlendert und am Ende in Higashiyama landet.

Higashiyama

Ein wirkliches Ballungszentrum von großen und berühmten Tempeln ist das Higashiyama-Viertel. Dieses lässt sich super nach dem entspannten Spaziergang über den Philosophenweg anschließen. Vom Nanzen-ji aus bietet sich ein direkter Weg zum Maruyama-Park an, welcher z.B. den Chion-in Tempel beinhaltet. Von da aus lohnt sich ein kleiner Abstecher in das wohl bekannteste Viertel der Stadt: Gion. Gion ist mit Ponto-cho das populärste Vergnügungsviertel der Stadt, mit extravaganten Clubs. Wir hatten sogar das Glück, eine elegante vorbeitrippelnde Geisha zu sehen.

Süd-Kyoto

Fushimi-Inari-taisha

Einer der bekanntesten Instagram Tempel in Kyoto ist wohl der Fushimi-Inari-taisha. Bekannt ist er durch seine vielen roten Schreintore, aber warum sie dort stehen weiß wahrscheinlich kaum einer. Drum hier eine kleine Belehrung: Der Fushimi-Inari-taisha gehört zu den ältesten Schreinen Kyotos und hier werden die Gottheiten für gute Ernte und Geschäfte verehrt.  Die auf den Berg führenden Pfade sind mit Tausenden Schreintoren versehen, welche, meistens von Firmen, gespendet wurden, in der Hoffnung auf geschäftlichen Erfolg. Ganz oben auf dem Berg, am Ende des Pfads, befindet sich ein kleiner Tempel, der jedoch nur über unzählige Stufen und nach einer wirklich anstrengend Wanderung zu besichtigen ist. Eine Wanderung die wahrscheinlich nur die wenigsten Touristen auf sich nehmen, denn der Insta-Hotspot befindet sich eher am Anfang. Aber wenn man schon mal da ist, warum dann nicht auch den ganzen Weg auf sich nehmen? Es gibt mehrere Anlaufpunkte auf dem Wanderweg. Der erste ist ein View Point, zu diesem benötigt man ungefähr 30 Minuten. Die Aussicht ist wirklich super schön, auch wenn der Anstieg schon sehr anstrengend, aber noch nicht der anstrengendste Teil war. Von Dort aus benötigten wir nochmal so 5 bis 10 Minuten bis zum Loopanfang. Dort mussten wir uns nun entscheiden, in welche Richtung wir den Weg zum Tempel auf uns nehmen wollen. Wir entschieden uns für den Uhrzeigersinn und es folgten nochmal 40 Minuten unzähliges Treppensteigen, bei unglaublich schwülen Temperaturen. Unser Ziel: Mount Inari! Naja gut, nach dieser wirklich kräftezerrenden Wanderung hatten wir uns das Ziel spektakulärer vorgestellt, aber das konnten wir ja vorab nicht wissen. Aber unser eigentliches Ziel war es den ganzen Tempel, mit all seinen Schreintoren zu sehen und dieses Ziel haben wir erreicht. Das sind Erfahrungen die wirklich kaum einer macht und genau das sind die wertvollsten Erfahrungen.

Tofuku-ji

Nicht weit entfernt vom Fushimi-Inari-taisha liegt der größte Zen-Tempel Kyotos, der Tofuku-ji. Dieser ist sehr berühmt für die Holzbrücke Tsuten-kyo oder auch „Brücke zum Himmel“. Zusätzlich besteht der Tofuku-ji aus mehreren kleineren Tempeln, die noch weitere wirklich schöne Zen-Gärten beinhalten.

West-Kyoto

Arashiyama-Affenpark Iwata-yama

Um nach Arashiyama zu gelangen, kann die JR-Sagano Linie bis nach JR Saga-Arashiyama benutzt werden. Direkt am Bahnhof steht dann auch schon der Sagano Romantik Zug.  Damit gefahren sind wir selber nicht, aber es soll wohl eine sehr schöne Fahrt sein. Wir haben uns direkt zu Fuß auf dem Weg zum Affenberg gemacht, den Iwata-yama. Der Weg dorthin führt über die Togetsu-kyo Brücke, die einen wirklich schönen Blick auf den Katsura Fluss zu bieten hat.

Von dort ging es dann aber auch schon direkt den anstrengenden Weg hoch zum Affenpark. Für 550Yen (4,55€) konnten wir die über 120 dort oben lebenden Affen, die sogenannten Japanmakaken, beobachten. Die Besonderheit im Park ist das überdachte Gehege, in das sich die Besucher einsperren lassen können, sodass sie so das Treiben der Tiere aus nächster Nähe sehen können. Die tolle Aussicht auf die Stadt kam dann noch oben drauf. Wer sich also im Westen Kyotos aufhält, sollte definitiv den Anstieg auf den Affenberg auf sich nehmen.

Von dort aus wollten wir dann noch unbedingt den bekannten Bambuspfad sehen, der auf dem Weg zurück zum Bahnhof lag. Dieser war jedoch super überfüllt und nach nur zwei Schritten sind wir auch schon von mehreren Mücken attackiert worden, was uns dann nur einen sehr kurzen Besuch des Bambuspfads bescherte und wir uns schnellstmöglich wieder in Sicherheit brachten.

Umgebung Kyoto

Nara

Aufgrund seiner alten und gut erhaltenen Heiligtümer gehört Nara zu den wichtigsten touristischen Zielen Japans und wer sich schon in Kyoto aufhält, sollte definitiv einen kleinen Abstecher nach Nara unternehmen. Am einfachsten fährst du hier mit dem Rapid Zug, anstatt mit der lokalen Bahn. Der Rapid überspringt nämlich kleinere Stationen, sodass man schneller vor Ort ist.
Wo du in Nara auf gar keinen Fall drum herum kommst, ist der heiß begehrte Nara Park. Dort teilen sich die Spaziergänger den Weg mit über 1000 zahmen Hirschen und Rehen, die dir wortwörtlich aus der Hand fressen. Im Park gibt es vereinzelte kleine Stände, an denen Reh-Kekse verkauft werden, mit dem die Tiere dann auch gefüttert werden dürfen. Dort ist natürlich nicht nur der Touristenandrang hoch, sondern auch die Anzahl an Tieren. Ein bisschen entfernter von den Ständen, kann man sich die Tiere dann auch in Ruhe anschauen, Fotos machen und ggf. füttern. Wer Glück hat, bekommt sogar ein cooles Selfie mit einem Reh.

Fazit

Kyoto ist wirklich eine sehr beeindruckende Stadt. So eine Fülle an Kulturgütern habe ich in keiner anderen Stadt gesehen. Wer alles von Kyoto sehen möchte, sollte demnach mehrere Tage einplanen, denn langweilig wird es dort auf gar keinen Fall.
Im Vergleich zu Tokio hat jedoch Tokio bei mir deutlich mehr gepunktet, denn die Ruhe in dieser Großstadt konnte Kyoto nicht ganz bieten, dort herrschte irgendwie mehr Hektik, wovon ich in Tokio einfach kaum was gespürt habe.

Ich kann nur jedem raten selber mal nach Japan zu reisen, um sich sein eigenes Bild von diesem atemberaubenden Land zu machen. Japan ist zum Glück noch nicht das typische Backpackerziel, weswegen es auf keiner Bucket-List fehlen darf.  

Weitere Anregungen

Hab ich dein Interesse an Japan geweckt und nun brauchst du weitere Tipps? Dann schau dir doch noch meinen Beitrag zu Reisetipps Japan oder Japan – Kurz und knapp an. Sofern du noch weitere Informationen benötigst oder du gerne wissen möchtest, was ich bei meinen Reisen immer dabei habe, kannst du dir dazu meine Tipps und Tricks durchlesen.

Du hast noch weitere Fragen oder sogar Anregungen zu Japan die du gerne los werden möchtest? Dann freu ich mich schon darauf deine Kommentare zu lesen und zu beantworten.

Viel Spaß beim Lesen. 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Merkosh

    Ich finde es toll, dass Ihr am Fushimi-Inari-taisha ganz bis zum Ende gelaufen seid. Du hast vollkommen recht, man sieht irgendwie immer nur die Tore. Sicher ein tolles Motiv für einen Fotografen, der Wanderer in mir will dann aber doch auch irgendwie zum Ende des Weges kommen. 🙂
    Auch wenn ich wohl nie nach Japan kommen werde, ich durfte zumindest mal deine Bilder sehen, wie es da aussieht.

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Sag niemals nie, vielleicht verschlägt es dich doch irgendwann ins ferne Japan 🙂
      Aber ich freue mich sehr, dass ich dir mit meinen Bildern Japan ein klein bisschen näher bringen konnte!

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